Reiseplanung - so machen wir das

Plant ihr eure Reisen oder fahrt ihr einfach drauf los?

 

Wie wir eine Reise planen, ist in Gesprächen immer wieder Thema. Gerade weil wir länger als nur ein paar Wochen unterwegs sind. Deshalb findet ihr in diesem Artikel einen Einblick in unsere Vorgehensweise und eine Zusammenfassung aller links.

Reiseplanung?

 Im Grunde planen wir eine Reise nicht, sondern treffen nur die entsprechenden Vorbereitungen. Wohin wir genau fahren, was wir uns anschauen und wo wir übernachten, entscheiden wir unterwegs von Woche zu Woche. Meist abhängig vom Wetter. Wir suchen uns immer erst ein Reiseziel und schauen dann, wo man entsprechend übernachten kann. Doch so ganz ohne Plan sind wir nicht unterwegs.

 

Reiseziele:

Im Vorfeld schauen wir

  • klassische Reiseführer. Hier gefällt uns besonders die Reihe "Womo und weg Reihe", die es für viele Länder gibt. Hier werden keine festen Routen beschrieben, sondern eher die Region und auch Stellplätze
  • Reisereportagen im Fernsehen, bevorzugt auf ARTE, 3sat oder den dritten Programmen
  • spezielle Internetseiten oder Blogs. Meist von Deutschen, die in der jeweiligen Region leben oder diese schon sehr lange bereisen
  • welche Dörfer der Vereinigung schönster Dörfer in der Region liegen
  • Youtube Videos anderer Kanäle

 

Inspirationen, die wir damit erhalten, tragen wir in unsere Google Karte mit einem entsprechenden Symbol ein 🔵. So können wir während der Reise genau sehen, was es in unserem Umfeld interessantes gibt bzw. in welche Richtung wir die Reise fortsetzen. 

 

 

Übernachtungsplätze:

Unsere Übernachtungsplätze finden wir tatsächlich eher weniger über Apps, sondern vielmehr direkt bei Google Maps. (Park4Night nutzen wir nach unseren negativen Erfahrungen in Griechenland überhaupt nicht mehr). Sucht man bei Google Maps nach "Wohnmobilstellplatz" in der jeweiligen Landessprache, also beispielsweise "Aire de Camping-Car" für Frankreich, findet man reichlich Plätze, bebildert und bewertet. Über die Satellitenansicht kann man zudem direkt erkennen, in welcher Lage sich der Platz befindet.

 

Weiterhin nutzen wir

  • CCP. Die Plätze des Netzwerkes "Camping Car Park" sind für einen Etappenstopp gut geeignet. Ohne viel Schnick-Schnack, dafür mit der Infrastruktur, die wir Wohnmobilisten brauchen. Wenn ihr das Konzept noch nicht kennt, schaut gerne mal in unser Video von dem Platz aus Bühl, hier erklären wir das näher 👉 Youtube Video
  • ACSI. Auch wenn Campingplätze nicht unsere primäre Wahl sind, so ist die Infrastruktur häufig sehr nützlich. Stichwort Waschmaschine. In der Nebensaison bekommt man Preisnachlässe auf vielen Campingplätzen. Mittlerweile haben wir auf die DigitalCard umgestellt. Nähere dazu könnt ihr in diesem Artikel lesen. 👉 Preisvorteil auf Reisen
  • zusätzlich gibt es eigentlich für jedes Land spezifische Seiten mit meist kleineren oder kommunalen Stellplätzen, wie beispielsweise areascamper in Spanien oder aireparkreservation in Frankreich
  • Stellplätze bei Bauern, Winzern wie Agricamper, Landvergnügen o.ä. nutzen wir nicht, da es hier meist Tiere auf den Höfen gibt und das mit unseren beiden Hunden meist nicht kompatibel ist

 

Übernachtungsplätze, die wir für uns passend finden, merken wir uns ebenfalls in unserer Google Karte, jedoch mit einem anderen Symbol 🟢 . So behalten wir den Überblick.  

 

Alle Stellplätze, die wir genutzt haben, markieren wir anschließend als öffentlich ♥️ und verknüpfen sie mit weiteren Informationen. Auf diese Plätze könnt ihr dann in unserer Stellplatzkarte zugreifen und so von unseren Erfahrungen profitieren.

 

Eine Papier-Landkarte haben wir übrigens nicht im Einsatz. Wir vertrauen der Streckenführung unseres Navis, wobei wir zugegebener Maßen dies sicherheitshalber mit GoogleMaps in der Satellitenansicht gegenchecken. Denn das Navi hat nicht immer Recht.

Vorbereitung

Gas/Wasser/Strom:

Das sind aus unserer Sicht die drei wichtigsten Dinge, die man für sich organisieren muss, bevor es auf eine (längere) Reise geht. Strom ist europaweit am einfachsten zu klären. Hier sollte man an CEE-Adapter denken sowie ein ausreichend langes Stromkabel dabei haben. Aufgrund der gestiegenen Strompreise ist es in jedem Falle lohnenswert, sich über die Anschaffung einer Solartasche/Powerstation Gedanken zu machen. (Schaut mal bei Solarkontor.de Mit unserem Rabattcode UNTERWEGS5 bekommt ihr immer 5%). 

Beim Thema Wasser empfiehlt sich, eine Auswahl an Adaptern mitzuführen von 3/8-5/4-1/2-3/4-1 Zoll, im besten Fall noch einen Wasserdieb, sofern gar kein Gewinde am Wasserhahn vorhanden ist. Wir haben einen 5m und 10m Schlauch, die wir mit einer Kupplung verbinden oder je nach Zufahrtsmöglichkeit zur Wassersäule einzeln nutzen können.

Das Thema Gas ist wohl das Komplizierteste. Denn es gibt keinen europaweiten Standard für Gasflaschen. Sofern ihr mit Tauschflaschen unterwegs seid, informiert euch unbedingt, welches System es im Reiseland gibt und welche Adapter ihr braucht. Wir haben uns für Gastankflaschen entschieden, so dass wir unser Gas europaweit an Tankstellen kaufen können ohne uns darüber Gedanken zu machen. Mehr dazu könnt ihr in diesem Artikel lesen 👉 LPG Gastankflaschen im Wohnmobil

Die ganzen Adapter, Kupplungen & Co haben wir alles in einer Übersicht bei Amazon zusammengefasst. Der Link ist ganz unten.

 

Maut:

Zu Beginn unserer Europareise haben wir uns für eine Mautbox entschieden und dies bislang auch nicht bereut. Auch wenn wir beim Reisen bevorzugt auf mautfreien Strecken oder Landstraßen unterwegs sind, gestaltet eine Mautbox das Reisen deutlich entspannter. Der Fahrer erspart sich die Verenkerei am Schalter und die Frage, welcher Schlitz jetzt der Richtige ist und wie er da ran kommt. Die Mautbox klebt mit einem Art Klettband in der Frontscheibe und reagiert auch auf Mautbrücken. Dieses System gibt es in Portugal und jetzt auch zunehmend in Frankreich "flux libre" . Wir machen uns somit wenig Gedanken darüber, ob die ausgesuchte Fahrstrecke tatsächlich mautfrei ist, oder doch vielleicht ein paar Kilometer über eine kostenpflichtige Strecke führt. Wir nutzen die kleine Box von maut1.de Diese kostet uns 20 € Jahresgebühr plus die Servicegebühr pro gefahrene Mautstrecke. Sie funktionierte bislang einwandfrei in Italien, Frankreich, Spanien und Portugal. Auch für Fahrzeuge wie wir über 3,5 T. Allerdings geht dies nur bis 3 m Fahrzeughöhe. Darüber benötigt man die große Box. Detailinfo zur Box findet ihr auf der offiziellen Seite von maut1.de

 

Womo:

Michael macht vor jeder Tour den obligatorischen Fahrzeugcheck. Also alles, was mit Öl, Wasser, Reifen, Wischwasser etc. zu tun hat.

 

Hunde:

Simone kümmert sich um Einreiseformalitäten und Besonderheiten für die Hunde. So war beispielsweise in Schweden eine Anmeldung zum Zoll erforderlich. In manchen Ländern müssen Maulkorb mitgeführt werden. Wir schauen, dass die TASSO Marken noch lesbar und Zecken- und Impfschutz noch ausreichend sind. Heimtierausweis haben unsere beiden ohnehin.

 

Verkehr:

Es empfiehlt sich, einen Ausdruck eines internationalen Unfallberichts dabei zu haben. Diesen bekommt ihr beim ADAC.

Wer nach oder durch Frankreich fährt, für den ist es ratsam, eine französische Umweltplakette zu haben. Diese wird einmalig beantragt und ist quasi mit dem Fahrzeug "verheiratet". Ihr könnt diese über den ADAC kaufen oder direkt hier. Ebenfalls im Vorfeld sollte man sich über Geschwindigkeitsbegrenzungen, Einschränkungen, Vorschriften der Länder informieren, die man während der Tour durchfährt. Auch hier bietet der ADAC immer aktuelle Informationen.

 

Sprache:

Sich während einer Reise verständigen zu können, ist für uns wichtig. Aus unserer Sicht hat es auch ein bisschen mit Respekt zu tun, zumindest "Guten Tag, Danke, Bitte" in Landessprache zu sprechen. (Wie würden wir uns fühlen, wenn uns in Deutschland jemand in italienisch anspricht und erwartet, auf italienisch eine Antwort zu bekommen.) Wir sprechen beide Schulenglisch, Simone kann noch etwas französisch und spanisch. Zur Reisevorbereitung nutzen wir die App von Mondly. So lernt man zumindest einige Wörter und Formulierungen für den Alltag. Diese App bietet nicht nur portugiesisch, sondern viele weitere Sprachen. Wir haben uns bei Mondly einen dauerhaften Zugang gekauft (gibt es immer mal wieder im Angebot für rund 100 €), so dass wir vor jeder Tour immer etwas die Landessprache lernen können.

 

Drohne:

Für Luftaufnahmen in unseren Reisevideos kommt unsere Drohne zum Einsatz. Neben den einheitlichen Vorschriften wie Haftpflichtversicherung, Registrierung von Drohne und Pilot oder Verbotszonen bei beispielsweise Flughäfen oder Naturschutzgebieten, gibt es auch landesspezifische Besonderheiten, die man kennen sollte. So muss beispielsweise in Portugal jeder Flug angemeldet werden oder auch in Schweden braucht es zusätzliche Fluggenehmigungen.

 

Es geht los

Wenn wir auf die Tour starten, haben wir in der Regel die ersten 2-3 Etappen fest geplant und im Navi einprogrammiert. Dies nimmt uns Stress und wir starten deutlich entspannter auf die Reise. Auch wenn wir am Ende nicht zwingend am geplanten Ziel übernachten.

 

Wir haben dabei

  • 10 kg Hundefutter. Zu Beginn unserer Reise vor 3 Jahren haben wir auf ein Trockenfutter umgestellt, das in Europa und online erhältlich ist. So haben die Hunde nicht immer eine Futterumstellung. Mehr dazu könnt ihr auch in diesem Blogartikel lesen 👉 Vanlife mit Hund
  • Lebensmittel für ca 1 Woche. So müssen wir nicht direkt einen Supermarkt ansteuern. Wobei der erste Einkauf in einem fremden Land immer sehr aufregend ist.
  • gewaschene Kleidung. Etwa 2-3 Wochen kommen wir ohne Waschmaschine aus. Dann steuern wir in der Regel einen Campingplatz an. Dort ist das Wäsche waschen für uns am entspanntesten. Mehr dazu könnt ihr auch in diesem Blogartikel lesen 👉 Wäsche waschen
  • Reiseapotheke. Gerne greifen wir auf Mutter Natur zurück und schauen, dass wir kleine Erkrankungen primär mit naturbelassenen Mitteln in den Griff bekommen. So dürfen Somazyme, Aloe Vera oder auch kolliodales Silber nie fehlen. Zum Thema Krankheit im Ausland findest du mehr Infos in diesem Blogartikel 👉 Krankenversicherung im Ausland und unsere Reiseapotheke
  • Equipment. Je nach Reisedauer und Reiseland entscheiden wir, ob wir unseren kompletten Hausrat mitnehmen, oder vielleicht SUP, Winterjacke oder Decken in unserem Zwischenlager lassen. Was wir so alles dabei haben, könnt ihr in diesem Blogartikel lesen 👉 Was braucht man wirklich

Video zum Blogartikel

Zum Thema Reiseplanung und Vorbereitungen sind möglicherweise diese Videos nützlich. 


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Kommentare: 4
  • #1

    Jochen (Dienstag, 09 Dezember 2025 09:43)

    Hallo,
    habe eben Euren schönen Reisebericht "Winter in Portugal " gelesen.
    Wie sieht es denn mit der Winter-Ausrüstung für das Wohnmobil aus. Braucht man für die Anreise im Januar über Frankreich/ Spanien zwangsweise Winterreifen?
    Könnt Ihr da Tipps geben?
    LG Jochen

  • #2

    unterwegsmitdenbeckers (Dienstag, 09 Dezember 2025 13:32)

    Hallo Jochen,
    das freut uns, vielen lieben Dank. Zum Thema Winterreifen findest du beim ADAC immer gute und vor allem aktuelle Informationen. Wir stellen dir gerne den link hier ein.
    https://www.adac.de/verkehr/recht/verkehrsvorschriften-ausland/winterreifen-schneekette/
    Eine Winterreifenpflicht hängt von der gefahrenen Strecke ab. Wir fahren mit Allwetterreifen und haben zusätzlich Schneeketten im Gepäck.
    Gute Reise, Simone und Michael

  • #3

    Karin (Montag, 15 Dezember 2025 21:09)

    wow, Eure Seite ist super, die Berichte top und vor allem eure Stellplatzkarte... UNBEZAHLBAR! vielen Dank, dass ich euch so viel Arbeit macht!!! lg und allzeit schöne Reisen, Karin :-)

  • #4

    unterwegsmitdenbeckers (Dienstag, 16 Dezember 2025 11:28)

    Herzlichen Dank für das große Lob, Karin